{"id":68,"date":"2014-02-11T16:29:35","date_gmt":"2014-02-11T14:29:35","guid":{"rendered":"https:\/\/projekte.physikdidaktik.uni-bremen.de\/komdif\/?page_id=68"},"modified":"2014-02-17T17:12:49","modified_gmt":"2014-02-17T15:12:49","slug":"startseite","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/projekte.physikdidaktik.uni-bremen.de\/komdif\/","title":{"rendered":"Kompetenzen"},"content":{"rendered":"<h1>Fachset Naturwissenschaften<\/h1>\n<p>Auf dieser Website werden die Ergebnisse der Arbeiten im Fachset Naturwissenschaften des <strong>Hamburger Schulversuchsprogramms alles&gt;&gt;k\u00f6nner<\/strong> (2008-2013) pr\u00e4sentiert. Thema war die <strong>Weiterentwicklung der Kompetenzorientierung des naturwissenschaftlichen Unterrichts<\/strong>. Das Fachset bestand aus 14 Hamburger Lehrkr\u00e4ften, 2 Setkoordinatoren, einer Vertreterin des Landesinstitut f\u00fcr Schule und drei Mitgliedern des Instituts f\u00fcr Didaktik der Naturwissenschaften der Universit\u00e4t Bremen.<\/p>\n<h1>Kompetenzorientiert unterrichten: Arbeitsgrundlage<\/h1>\n<p>Am Beginn der Arbeit im Fachset Naturwissenschaften wurden zwei Fragen intensiv diskutiert, die auch in Lehrerfortbildungsveranstaltungen immer wieder gestellt werden (vgl. Leisen 2011):<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Worin unterscheidet<\/strong> sich kompetenzorientierter Unterricht von dem Unterricht, den wir bisher erteilen?<\/li>\n<li>Geht Kompetenzorientierung nicht <strong>zu Lasten des inhaltlichen Lernens?<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Diskussionen f\u00fchrten zu folgender Arbeitsgrundlage:<\/p>\n<ol>\n<li>Unterricht, der nicht allein von den Fachinhalten dominiert ist, sondern die fachmethodischen F\u00e4higkeiten &#8211; oder allgemeiner: die prozessorientierten Kompetenzen &#8211; mit ber\u00fccksichtigt, hat es auch schon vor der Kompetenzorientierung gegeben. Um den naturwissenschaftlichen Unterricht weiterzuentwickeln, kommt es jedoch darauf an, diejenigen F\u00e4higkeiten genauer in den Blick zu nehmen, von dem man bisher angenommen hat, dass sie in einem Lernarrangement<strong> quasi automatisch mitgelernt<\/strong>\u00a0werden. Die Annahme etwa, das Planen von Experimenten werde von den Sch\u00fclern <i style=\"color: #000000;\">en passant<\/i> mitgelernt, wenn sie im Unterricht experimentieren, ist nach den Ergebnissen fachdidaktischer Studien nicht gerechtfertigt. Prozessbezogene Kompetenzen m\u00fcssen vielmehr im Unterricht direkt thematisiert werden \u2013 ebenso wie die Fachinhalte.<\/li>\n<li>Einen kompetenzorientierten naturwissenschaftlichen Unterricht erkennt man an folgenden Merkmalen:\n<ul>\n<li>Der Unterricht spricht <i style=\"color: #000000;\">alle vier Kompetenzbereiche<\/i> der Bildungsstandards an (Fachwissen, Fachmethoden, Kommunikation und Bewertung).<\/li>\n<li>Begleitend zum Erwerb von Fachwissen werden die prozessbezogenen Kompetenzen \u2013 z.\u00a0B. des Experimentierens, des Modellierens, des Einsatzes fachbezogener Kommunikationsmittel und der Bewertung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse \u2013 <i style=\"color: #000000;\">explizit<\/i> zum Thema des Unterrichts.<\/li>\n<li>Jeweils ausgew\u00e4hlte prozessbezogene Kompetenzen werden mit Aufgabenstellungen und Arbeitsauftr\u00e4gen <i style=\"color: #000000;\">gezielt<\/i> gef\u00f6rdert.<\/li>\n<li>Lehrkr\u00e4fte orientieren sich bei der Entwicklung von Aufgabenstellungen an Kompetenzmodellen. \u00dcberlegungen lauten z.\u00a0B.:\n<ul>\n<li>Was genau will ich mit einem bestimmten Experiment erreichen? (Fachwissen oder\/und Fachmethoden)<\/li>\n<li>Welche Teilf\u00e4higkeit des Experimentierens soll mit dem Experiment gef\u00f6rdert werden?<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>In Leistungsbewertungen werden alle Kompetenzbereiche einbezogen &#8211; allerdings gewichtet: fachinhaltliche und fachmethodische F\u00e4higkeiten haben eine besondere Bedeutung in naturwissenschaftlichen Unterricht.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Kompetenzorientierung des Unterrichts erfordert vor allem ein Umdenken bei den Lehrkr\u00e4ften bei der <em style=\"color: #000000;\">Unterrichtsplanung<\/em>. Das bisher oftmals <em style=\"color: #000000;\">von den Fachthemen dominierte Denken<\/em> muss durch den Blick auf <em style=\"color: #000000;\">die an den Inhalten zu erwerbenden F\u00e4higkeiten<\/em> ausbalanciert werden. Daher wurden in der Fachgruppe <strong style=\"color: #000000; font-style: normal;\">Kompetenzmodelle<\/strong>, veranschaulicht als <strong style=\"color: #000000; font-style: normal;\">F\u00e4higkeitsraster<\/strong>, f\u00fcr die bei der Vermittlung bzw. dem Erwerb der jeweiligen Kompetenz zu bedenkenden Aspekte entwickelt. Die Modelle sollen bei der Unterrichtsplanung Orientierung geben. Es ging in der Arbeit der Fachgruppe also weniger um die Neuentwicklung einzelner Lernarrangements, sondern vielmehr um <strong style=\"color: #000000; font-style: normal;\">Leitgesichtspunkte<\/strong> f\u00fcr deren Entwicklung. Die Umsetzung in Form konkreter <strong style=\"color: #000000; font-style: normal;\">Lernarrangements<\/strong> erfolgt in den Fachteams an den Schulen des Fachsets.<\/li>\n<\/ol>\n<h1>Was ist ein Kompetenzmodell?<\/h1>\n<p>Was ist eigentlich ein \u201eKompetenzmodell\u201c? F\u00fcr eine Beschreibung dieses in der aktuellen Bildungsdiskussion h\u00e4ufig zu h\u00f6renden Begriffs sollte man von den <i>Funktionen<\/i> eines Kompetenzmodells ausgehen:<\/p>\n<p>\u2022\u00a0 F\u00fcr die <i>Planung und Gestaltung von Unterricht<\/i> ist ein Kompetenzmodell ein <i>Ger\u00fcst von Kategorien<\/i> bzw. ein Kategorienraster f\u00fcr die <i>systematische Beschreibung der F\u00e4higkeiten<\/i>, die Sch\u00fcler im Unterricht erwerben sollen und auf die der Unterricht entsprechend gezielt abgestimmt werden muss (vgl. Schecker &amp; Parchmann, 2006).<\/p>\n<p>Das Kompetenzmodell der nationalen Bildungsstandards (KMK 2004; Schecker &amp; Wiesner 2007) hat f\u00fcr die drei Naturwissenschaften drei Hauptkategorien: Kompetenzbereich, Anforderungsbereich und Basiskonzept (s. Abb. 1). In dieses Raster kann man z.\u00a0B. Lernaufgaben wie in ein Koordinatensystem einordnen: Welcher Kompetenzbereich wird haupts\u00e4chlich angesprochen, welche Art von Anforderungen wird gestellt und welches Basiskonzept steht hinter den Inhalten der Aufgabe? Daraus ergibt sich eine Verortung der Aufgabe in dem dreidimensionalen Raster.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/projekte.physikdidaktik.uni-bremen.de\/komdif\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Kompetenzmodell.png\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Kompetenzmodell\" src=\"https:\/\/projekte.physikdidaktik.uni-bremen.de\/komdif\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Kompetenzmodell-300x204.png\" width=\"380\" height=\"263\" \/><\/a><br \/>\n<em>(zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte anklicken)<br \/>\n<\/em>Abb. 1: Kompetenzmodell der Bildungsstandards Physik (nach Schecker &amp; Wiesner 2007); der Grundaufbau ist f\u00fcr alle drei Naturwissenschaften identisch, lediglich die jeweils genannten Basiskonzepte unterscheiden sich.<\/p>\n<p>Man kann nun Kompetenzmodelle auch f\u00fcr enger umrissene F\u00e4higkeitsbereiche formulieren, z.\u00a0B. f\u00fcr das Experimentieren (als Teil des Kompetenzbereichs \u201eFachmethoden\u201c bzw. \u201eErkenntnisgewinnung\u201c). Daf\u00fcr gilt die gleiche Grundidee wie oben umrissen: Erstellung eines Kategorienrasters f\u00fcr die systematische Beschreibung von F\u00e4higkeiten \u2013 hier allerdings feiner aufgegliedert (s. Abb. 2). Solche Kompetenzmodelle eignen sich auch im Rahmen von R\u00fcckmeldeprozessen. Dann hat das Modell eine andere Funktion als oben benannt:<\/p>\n<p>\u2022\u00a0 Als <i>R\u00fcckmeldeformat<\/i> ist ein Kompetenzmodell ein F\u00e4higkeitsraster, das in Gespr\u00e4chen mit und Sch\u00fclern oder mit deren Eltern dazu dient, den <i>Lernstand inhaltlich aufgeschl\u00fcsselt<\/i> zu beschreiben. Es kann zudem als Formulierungshilfe f\u00fcr alternative R\u00fcckmeldeformate (Nicht-Notenzeugnisse) herangezogen werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/projekte.physikdidaktik.uni-bremen.de\/komdif\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Modell-zur-experimentellen-Kompetenz.png\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Modell zur experimentellen Kompetenz\" src=\"https:\/\/projekte.physikdidaktik.uni-bremen.de\/komdif\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Modell-zur-experimentellen-Kompetenz-300x226.png\" width=\"417\" height=\"318\" \/><\/a><br \/>\n<em>(zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte anklicken)<br \/>\n<\/em>Abb. 2: <a title=\"Grundlagen E\" href=\"https:\/\/projekte.physikdidaktik.uni-bremen.de\/komdif\/?page_id=149\">F\u00e4higkeitsraster zum Experimentieren<\/a> (Die Anregung der grafischen Darstellung als \u201eSpinnennetz\u201c geht zur\u00fcck auf St\u00e4udel, 2004).<\/p>\n<p>Au\u00dferdem kann ein solches Raster im Unterricht verwendet werden, um Sch\u00fclern zu verdeutlichen, welche F\u00e4higkeiten sie im folgenden Unterrichtsabschnitt anhand eines Arbeitsauftrags erwerben bzw. festigen sollen. Daf\u00fcr muss das Modell allerdings in einer Form und Sprache vorliegen, die von Sch\u00fclern verstanden werden kann \u2013 was insbesondere bei j\u00fcngeren schwierig sein kann.<\/p>\n<p>F\u00e4higkeitsraster, die als R\u00fcckmeldeformate genutzt werden, sollten eine Stufung enthalten, die den Grad des Erwerbs der Einzelf\u00e4higkeiten erfasst. Im Fachset Naturwissenschaften wurde dies bei den Rastern zum Experimentieren und zum Umgang mit naturwissenschaftlichen Modellen auf einer dreistufigen Skala unter einem erheblichen Erarbeitungsaufwand erreicht (s. Punkte 2.2.6 u. 2.3.5). Dabei bestand die Schwierigkeit nicht darin, <i>pauschale<\/i> Stufen zu formulieren (z.\u00a0B. \u201evoll erreicht\u201c, \u201eteilweise erreicht\u201c, \u201enoch gro\u00dfe Anstrengungen erforderlich\u201c), sondern darin, die drei Stufen <i>inhaltlich<\/i> auszuweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fachset Naturwissenschaften Auf dieser Website werden die Ergebnisse der Arbeiten im Fachset Naturwissenschaften des Hamburger Schulversuchsprogramms alles&gt;&gt;k\u00f6nner (2008-2013) pr\u00e4sentiert. Thema war die Weiterentwicklung der Kompetenzorientierung des naturwissenschaftlichen Unterrichts. 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